Auf den Frieden von Hubertusburg
Objektart
Medaille
Verwalter
Verwalter (Ort)
Inventarnummer/Signatur
Med 2616
Weiteres Exemplar
Verwalter (Ort) dupl.
Inventarnummer dupl.
35088
Datierung
1763
Material
Silber
Technik
geprägt
Messtyp
Gewicht
Messwert (H x B x T)
21,87
Maßeinheit
g
Messtyp
Durchmesser
Messwert (H x B x T)
45
Maßeinheit
mm
Inschriften/Stempel
Anbringungsort
Recto
Signatur Beschreibung
Signatur (Typ)
Künstlersignatur
Signatur (Inhalt)
OEXLEIN.
Signatur (Position)
auf der Abschnittlinie
Medailleninschrift
Inschrift (Typ)
Inschrift
Inschrift (Inhalt)
D. 15. FEBR. MDCCLXIII.
Inschrift (Position)
im Abschnitt
Inschrift (Typ)
Umschrift
Inschrift (Inhalt)
NVNCIA PACIS
Anbringungsort
Verso
Medailleninschrift
Inschrift (Typ)
Umschrift
Inschrift (Inhalt)
IAM REDIRE AVDET
Inschrift (Typ)
Inschrift
Inschrift (Inhalt)
GERMANIA PACATA
Inschrift (Position)
in Abschnitt
Kurztitel
Ausst. Kat. Stuttgart 2012
Seitenzahl
S. 141, Kat.-Nr. 99 (Hans-Martin Kaulbach)
Kurztitel
Olding 2003
Seitenzahl
Nr. 931
Kurztitel
Kat. Breslau 2000
Seitenzahl
S. 86
Kurztitel
Pax in Nummis 1913
Seitenzahl
S. 148, Nr. 595
Kurztitel
Kaltenhäuser 1974
Seitenzahl
S. 20, Nr. 70
Kurztitel
Grund 2012
Seitenzahl
S. 56
Kurztitel
Julius 1913
Seitenzahl
S. 5, Nr. 9 und 10
Bearbeiter
Anna Lisa Schwartz
Kommentar

Auf der Vorderseite der Medaille schwebt Fama über der Ansicht des Schlosses Hubertusburg und verkündet die Friedensnachricht. Im Februar 1763 unterzeichneten dort die Abgesandten Österreichs und Preußens den nach der Residenz benannten Friedensvertrag und beendeten somit den Siebenjährigen Krieg. Die Umschrift "nuncia pacis" [Botin des Friedens] ist der Emblematik entlehnt, dort jedoch versinnbildlicht durch die Taube, die Noah einen Ölzweig bringt.1 Die Verwendung der Ruhmespersonifikation Fama impliziert eine Bedeutungsverschiebung: Sie besagt, dass nur ein ruhmreicher Herrscher den Frieden bringen kann.

Die Umschrift des Revers "iam redire audet" [schon wagt sie zurückzukehren], bezieht sich auf die weibliche Figur im betreffenden Münzbild, die vor einem pflügenden Bauern Zepter und Kornähre präsentiert. Eine "Kurze Beschreibung gegenwärtiger Friedens-Medaille"2 identifiziert die Dargestellte als Astraea. Der Text schildert den Mythos, nach dem sie während des Eisernen Zeitalters die Erde verließ und zum Sternenbild wurde: "Hier wird sie nun vorgestellt, wie sie bey dem wiederhergestellten Ruhe- und Friedens-Stand, wieder auf die Erde zurückekehret". Die Umschrift greift versatzstückartig auf Astraea-Erzählungen bei Horaz, Ovid und Vergil zurück.3

Eine ähnliche Darstellung hat sich auf einer Großschönauer Friedensdecke aus Damast erhalten.4 Ihre Ansicht des Schlosses mit dem Wetterhirsch stimmt ebenso mit der Medaille überein wie auch die NVNCIA PACIS posaunende Fama. Die vier Ecken der Decke ziert Astraea mit Zepter, Kornähre und der Beischrift GERMANIA PACATA, die auch auf der Rückseite der Medaille erscheint.

ALS

  • 1. Camerarius, Bd. III, S. 59, Nr. LIX. Johann Vogel verwendete dieses Emblem ebenfalls in seiner wenig bekannten Schrift "Sinnebilder von dem widergebrachten Teutschen Frieden": "Wie lieblich ist der Friedensbott! So lieblich mit dem Zweig des Noahs Taube kam / So lieblich kompt auch uns der Edle Friedens Nahm."
  • 2. Stadtarchiv Nürnberg, B 8, Nr. 149.
  • 3. Hor. carm. saec. 57. Ov. met. I 149. Verg. ecl. IV.6.
  • 4. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. Gew 1070, vgl. Kat. Nürnberg Gewebesammlung, S. 149. Nr. 1069.
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