Braunschweiger Friedensbrief
Objektart
Druckgraphik
Verwalter
Verwalter (Ort)
Inventarnummer/Signatur
HB 21839, Kapsel 1220
Herstellungsort
Datierung
1763
Material
Aquarellfarbe
Beschreibstoff
Papier
Technik
Kupferstich
Radierung
Kolorierung
Messtyp
Blatt
Messwert (H x B x T)
17,8 x 23,6
Maßeinheit
cm
Kurztitel
Schmidt 1889
Kurztitel
Ausst. Kat. Braunschweig 1976
Seitenzahl
S. 30
Bearbeiter
Anna Lisa Schwartz
Kommentar

Der 'Friedensbrief' erschien im Rahmen des Dankfests der Stadt Braunschweig für den Frieden von Hubertusburg.1 Die Innenseite zeigt im Zentrum Urania und Historia vor der Stadtansicht Braunschweigs. Rechts davon tritt ein Genius aus dem Friedenstempel. Die einzelnen Textblöcke sind so gruppiert, dass jede Darstellung eine Erläuterung erhält. Die Initialen stehen für Ferdinand, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel und Friedrich August von Braunschweig-Lüneburg-Oels. Sie finden sich ebenfalls auf HB 21843, Kapsel 1220. Darüber ist der schlafende Mars vor dem Janustempel zu sehen. Die Passage "Der wilde Krieg ist auf den Waffen Vom Kampf ermüdet eingeschlaffen" erinnert an HB 25059, Kapsel 1314, in dem Mars ebenfalls "mit seinen Waffen entschlaffen ist". Die "An Alle die den Frieden lieben" adressierte Rückseite zeigt klassische Friedensmotive wie das Schmieden von Waffen zu Ackergerät (Jes 2,4) und die Überbringung der Friedensbotschaft.

Anton August Becks Linienführung erinnert an Augsburger Kupferstiche. Zudem entspricht der Aufbau des Faltbriefs jenen, die 1730 anlässlich des 200. Jahrestages der Confessio Augustana in der schwäbischen Stadt herausgegeben worden waren (siehe etwa HB 26676, Kapsel 1248a). Beck war zwar nie außerhalb Braunschweigs tätig, sein Stiefvater und zugleich Lehrmeister stammte allerdings aus Augsburg und könnte ihn so mit der süddeutschen Kupferstichmanier vertraut gemacht haben.

ALS

  • 1. in den Braunschweigischen Anzeigen. Offizielles Regierungs- und Anzeigeblatt, 19/42 (1763), S. 193 heißt es "Bey dem Kupferstecher, Hrn. Schmidt, ist zu bekommen: ...in Kupfer gestochene Friedensbriefe."
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