Aigentliche abbildung deß Fried- und Freuden-Mahls
welches der Durchleuchtigste Hochgeborne Fürst und Herr, Herr Carol Gustav Pfaltzgrav bey Rhein ec. nach abhandlung der Praeliminar tractaten, in deß Heiligen Reichs Statt Nürnberg auff dem Raht-haus Saal den 25 September, Anno 1649. gehalten: und seind die dabey Sich befundene Höchst-Hoch- und wohlansehehnliche Herren Gäst in folgender Ordnung gessesn, alß: ...
Objektart
Druckgraphik
Verwalter
Verwalter (Ort)
Inventarnummer/Signatur
HB 196, Kapsel 1030a
Weiteres Exemplar
Verwalter (Name) dupl.
Verwalter (Ort) dupl.
Inventarnummer dupl.
Einbl. V,8 nn
Herstellungsort
Datierung
1650
Beschreibstoff
Papier
Technik
Kupferstich
Radierung
Messtyp
Platte
Messwert (H x B x T)
56,5 x 67,3
Maßeinheit
cm
Inschriften/Stempel
Anbringungsort
Recto
Signatur Beschreibung
Signatur (Typ)
mit zusätzlicher Abbreviatur
Signatur (Inhalt)
Wolffg. Kilian sculpsit.
Signatur (Position)
rechts unten im Bild
Signatur (Typ)
Verlagsadresse
Signatur (Inhalt)
Nürnberg bey Jeremia Dümlern.
Signatur (Position)
rechts unten
Anbringungsort
Verso
Sammlerstempel
Germanisches Nationalmuseum
Sammlerstempel (Nachweis)
Lugt
Sammlerstempel (Nachweis: Seite/Nummer)
Nr. 1076
Sammlerstempel
Germanisches Nationalmuseum
Sammlerstempel (Nachweis)
Lugt
Sammlerstempel (Nachweis: Seite/Nummer)
Nr. 2809
Kurztitel
Ausst. Kat. Nürnberg 1998
Seitenzahl
S. 30–32, Kat.-Nr. 11 (Doris Gerstl)
VD17-Nr.
12:676300L
Kurztitel
Ausst. Kat. Stuttgart 2012
Seitenzahl
S. 38, Abb. 21 (Cornelia Manegold)
Kurztitel
Ausst. Kat. Heidelberg 1980/1981
Seitenzahl
S. 52, Kat.-Nr. 153
Bearbeiter
Anna Lisa Schwartz
Kommentar

Nach der Unterzeichnung des Interimsrezesses richtete Pfalzgraf Karl Gustav am 25. September 1649 ein Festmahl im großen Nürnberger Rathaussaal aus. Joachim von Sandrart hielt das Ereignis in einem Gemälde fest und porträtierte sich darin als zeichnenden Künstler. Ihm gegenüber am Kopfende der Tafel sitzen Karl Gustav und Ottavio Piccolomini. Vor den weiteren Teilnehmern des Exekutionskongresses sind verschiedene Schaugerichte aufgetischt, wie etwa ein Triumphbogen mit Concordia. Auf dem Fenstersims steht ein Löwe, der Wein über die Fensterbank ins Freie speit. Die Musikanten, aber auch die Raumausstattung und die prachtvollen Kleider etwa des Hofmarschalls von Schlippenbach weisen auf den feierlichen Moment hin. Er führt die Pagen an, die den fünften Gang des Prunkmahls in den Saal bringen. Neben ihm befinden sich Nürnberger Ratsmitglieder, die an der Auftragsvergabe an Sandrart beteiligt waren. Dieser nummerierte die Diplomaten auf der Leinwand und löste ihre Herkunft und Funktion in zwei seitlich an den Rahmen angebrachten Tafeln auf. 

In der Rezeption der Ereignisse erhielt das Gemälde einen ähnlichen Stellenwert wie Ter Borchs Friedenssaal zu Münster (NG896). So wie dieses vor allem durch Jonas Suyderhoffs Nachstich (HB 192, Kapsel 1030a) Verbreitung fand, dürfte auch die hier vorliegende Reproduktion von Wolfgang Kilian gewirkt haben. Bis auf wenige Änderungen, etwa eine detailreichere Wiedergabe der Innenarchitektur, folgt der Augsburger Stecher der Gemäldevorlage.1 Interessant ist, dass die subscriptio zwar die Namenserläuterungen der Seitentafeln von Sandrart übernimmt, die einzelnen Personen im Stich aber unnummeriert bleiben.

ALS

  • 1. Womöglich nutzte Kilian auch eine Zeichnung Sandrarts, die sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Besitz des Berliner Kupferstichkabinetts befand: Staatliche Museen zu Berlin. Dokumentation der Verluste. Band VIII/I, Kupferstichkabinett. Deutsche und niederländische Zeichnungen des 15. bis 18. Jahrhunderts, Berlin 2010, S. 85, Inv.-Nr. KdZ9544
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